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  • AutorenbildJosephine

Mehr mutig sein

Welche Situationen erfordern es eigentlich, mutig zu sein? Was bedeutet es dann in dem Moment, mutig zu sein? Wie genau sieht es aus, wie fühlt es sich an? Warum sollte ich mutig sein? Wie verändert es meinen Lebensweg, wenn ich mutig bin? Warum ist es so wichtig, diese Fähigkeit zu haben und stets zu üben?

Wie lautet die Definition von Mut?

Mut zeigt sich auf ganz unterschiedliche Weise und jeder denkt bei dem Wort an etwas anderes. Der eine hat Gedanken an Abenteuer, beispielweise Fallschirmspringen, der andere an die Reise in ein fremdes Land. Wieder ein anderer stellt sich vor, alleine auf der Bühne zu stehen, zu reden oder zu singen. Um das Wort „Mut“ und die Fähigkeit, „mutig zu sein“, beschreiben zu können, braucht es ein ähnliches Verständnis davon und nachfolgend möchte ich gerne aufzeigen, dass Mut nicht nur etwas mit Extremsituationen zu tun hat, sondern täglich in unserm Alltag erforderlich ist oder sein sollte.

Für den Moment könnte ein Konsens sein, dass Mut erforderlich und hilfreich ist, wenn man von A nach B kommen will, um dann weiter zu H zu gelangen. Mut lässt uns die Komfortzone verlassen, in der wir uns befinden. Neben einer starken Motivation, einem sehr inspirierenden Antrieb, befördert uns Mut durch die Anfangsphase und jede weitere Etappe. Im Laufen, erleben wir neue Situationen, die wir möglicherweise noch nicht kennen. Sie fordern uns jedes Mal erneut raus, mutig zu sein, weiterzugehen, die Aufgabe zu bewältigen. Für unser Vorankommen ist es maßgeblich entscheidend, dass wir bereitwillig neue Erfahrungen machen wollen, denn sie sind vor die Erreichung des Ziels gestellt worden.

Warum sollte ich mutig sein?

Starten wir als erstes mit der Frage – warum sollte ich mutig sein? Mut braucht es, um Ziele zu erreichen, sich Wünsche zu erfüllen und mein Leben nach meinen eigenen Vorstellungen zu gestalten. Das können bedeutende („große“) Wünsche sein, wie zum Beispiel eine Partnerschaft sein, die Gründung einer eigenen Familie, zusammen ein eigenes Zuhause aufbauen, mein Hobby zum Beruf machen, einen gemeinnützigen Verein gründen und Menschen helfen.

Das eine setzt voraus, sich einem Partner so zu zeigen, wie man ist, und dafür geliebt zu werden. Das andere ermutigt dazu Verantwortung zu übernehmen, etwas zu erschaffen, zu hinterlassen, einen Beitrag zu leisten, Teil der Gemeinschaft zu sein. Und dafür braucht es Selbstvertrauen in die eigenen Fähigkeiten und Entschlossenheit bezüglich der Berechtigung und des Mehrwerts des eigenen Handelns und seiner Vision.

Kleine Schritte mit großer Wirkung

In diesem Text möchte ich gerne die vermeintlich „kleinen“ Situationen mit einer enormen Wirkung herausstellen, die uns Mut abfordern, anstatt der großen Beweggründe. Denn ich bin davon überzeugt, dass es genau diese angeblich „kleinen“ Momente sind, die uns am meisten Schub geben, wenn wir ihnen mit voller Überzeugung, Tapferkeit, Verletzlichkeit, Bereitschaft begegnen. Mit einer all-in-Attitüde, in der wir es einfach machen. Egal was danach ist. Und wenn es schief geht, habe ich es dennoch getan. Ich war mutig und bereit, es zu wagen. Ich konzentriere mich in dem Moment selber nicht auf das Ergebnis, sondern auf meine Tat, meine Absicht, auf das, was ich machen will und warum ich es machen will. Meine Motivation, die ich zuvor bestimmt habe, führt mich jetzt durch dieses große Gefühls-Abenteuer, in dieser „kleinen“ Angelegenheit. Hier handelt es sich jetzt um eine Herzangelegenheit. Das Herz sitzt am Steuer, nicht der Verstand. Und das Ego, welches gerne versucht uns den Weg abzuschneiden, muss mittels der starken Absicht auf die Bank gesetzt werden…

Von welchen „kleinen“ Situationen spreche ich, die jedoch große Gefühle bewegen und Mut erfordern? Die anschließend dann mehr Mut für weitere Taten freisetzen? Hier ein paar Beispiele und du bist herzlich eingeladen, sie mit persönlichen Erlebnissen zu ergänzen:

  1. Partnerschaft

  2. Jemandem zu sagen, dass man sich in ihn verliebt hat, ohne zu wissen, ob er auch so empfindet.

  3. Als Frau dem Partner sagen, dass man müde und geschafft ist von der Kinderbetreuung und eine Pause braucht, obwohl man doch die perfekte Mutter sein „muss“ und alles selber stemmen will.

  4. Als Mann seine Frau um Hilfe bitten und dabei selber zu denken, man sei dann nicht stark genug, und man müsste es doch selber wissen, es alleine schaffen.

  5. Eltern

  6. Dem Vater oder der Mutter „Ich liebe dich“ zu sagen, wenn man eigentlich davon ausgeht, das weiß jeder vom anderen, man muss es nicht sagen.

  7. Einem Elternteil zu sagen, dass er recht hatte und dass man selber geirrt hat.

  8. Den Eltern vorschlagen, etwas anderes, etwas Neues auszuprobieren im gemeinsamen Umgang. 

  9. Den Eltern sagen, dass es einen verletzt hat, was sie getan oder entschieden haben, und dass man es sich anders gewünscht hätte. Einfach deshalb, um ihnen zu sagen, was man Belastendes in seinem Rucksack trägt, und dass man verstehen möchte, warum sie es getan haben.

  10. Gemeinschaft

  11. Sich bei jemandem zu entschuldigen für das Gesagte oder sein Handeln. Ihm ehrlich und aufrichtig aufzeigen, warum man es getan hat. Demjenigen Einblick gewähren und zugeben, dass man aus Angst, Neid, Eifersucht, Wut, Unwissen heraus gehandelt hat. Fehler eingestehen.

  12. Auf Instagram ein Foto, Video oder eine Meinung von sich posten und nicht die Meinung der anderen fürchten.

  13. Ein gezeichnetes Bild, eine Fotografie oder ein Buch veröffentlichen und sich der Meinung der Öffentlichkeit auszusetzen.

  14. Freundschaft

  15. Einen Freund um Hilfe bitten, weil man nicht mehr weiterweiß und denkt, man müsste aufgrund seiner Expertise doch selber auf die Lösung kommen.

  16. Einem/-r Freund/-in gegenüber eingestehen, dass man immer vorgegeben hat, alles zu wissen und zu können, was dazu führte, dass nie wahre Begegnung und ein offener Austausch stattfinden konnte, weil somit jeder zeigen wollte, wie gut er das Leben managed. Und nun möchtest du der Freundschaft eine neue Qualität geben, weil du erkannt hast, dass der Freund*in wertvolle Ansichten hat und du gerne seine Meinung und Anregungen hören möchtest. Was früher lediglich ein Erzählen war, soll jetzt ein gemeinsames Teilhaben und sich Begegnen werden.

  17. Business

  18. Dem nicht-gemochten Kollegen sagen, dass er eine gute Idee hatte und man ihm gratuliert zum Erfolg.

  19. Einem langjährigen Kunden gegenüber für seine Leistung und Wert einstehen, obwohl er mittlerweile in der Zusammenarbeit einiges für selbstverständlich hält, ohne dafür bezahlen zu wollen. 

  20. Den potenziellen neuen Arbeitgeber von sich und seinen Fähigkeiten überzeugen.

  21. Jemanden anrufen und seine Leistung anbieten, obwohl man ihn nicht kennt.

Mut schafft Nähe

In den meisten Beispielen und Alltagssituationen geht es entweder direkt um Menschen in meinem Umfeld oder indirekt um Leute, außerhalb meines Bereichs. Bei allem geht es darum sich zu zeigen mit seinen Gefühlen oder Fähigkeiten und mutig dabei zu sein, für sein Ziel. Oftmals ist der Wunsch nach Nähe, Gemeinschaft, Liebe der treibende Motivator. Manchmal auch der nach Akzeptanz, Anerkennung, worin auch wieder das Motiv nach Gemeinschaft liegt.

Üben, üben, üben

Mut in Bezug auf andere Menschen zu haben, ist besonders herausfordernd wie spannend. Denn man kann ihre Reaktion nicht vorausahnen und gibt erst einmal etwas von sich preis, ohne zu wissen, wie es vom anderen aufgenommen und behandelt wird. Man weiß zu Beginn nicht, ob man bekommt, was man möchte, oder ob es eine Enttäuschung wird. In jedem Fall lohnt es sich, immer mutig zu sein, denn a) wenn man es nicht tut, wird man es ganz sicher nicht herausfinden und b) man hat sein Mutig-Sein geübt, für das nächste Ereignis, für das man dadurch vorbereitet wurde. Man könnte es als Muskeltraining betrachten, um stark genug für die anstehenden Aufgaben zu sein.

Wie kann man Mut üben, es sich sogar zur täglichen Challenge machen? Einfach machen, genau dann, wenn der Kopf laut sagt „Nein, auf keinen Fall.“ 😉 Einen guten Begleiter, den man dabei gleichzeitig damit trainiert, ist übrigens seine Intuition.

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